Aufpassen um jeden Preis

Gereizte Erwachsene, unruhige Kinder und hundert Jahre Suche nach Aufmerksamkeit

von Elisabeth von Thadden
Die Zeit, 20.06.2002

Die streng gegürtete Dame mit dem Porzellangesicht, um deren Aufmerksamkeit der Herr hinterm Gitter wirbt, blickt ins Unbestimmte. Vor dem Schoß der Dame ein Schirm. Zwei Hände im Zentrum des Bildes, welche die des Bettachters auf sich ziehen, stellen eine Verbindung her. Nur welche? Manets Wintergarten von 1879, ein Ausdruck des modernen Wechselspiels von Zwang und Abschweifung, steht ganz im Zeichen eines Rätselbegriffs der Zeit: der Aufmerksamkeit Die Jahrzehnte zum Ende des 19. Jahrhunderts, in denen sich Wissenschaften und Künste dafür zu interessieren begannen, was denn Aufmerksamkeit sei, sind auch jene, in denen die Individuen der Massengesellschaft den Kampf um Aufmerksamkeit für ihre Bedürfnisse aufnehmen.

100 Jahre später, in denen auch die Konzerne die Überlistung der geschätzten Aufmerksamkeit perfektioniert haben, steht die knappe Ressource noch mehr im Scheinwerferlicht des Interesses. Allgegenwärtig die Klage, sie fehle, und zwar gleich im doppelten Sinne: von Zuwendung, Wertschätzung und Zeit, an denen es vor allem Kindern angeblich mangele - einerseits. Und im Sinne von Konzentrationsfähigkeit, die wieder vor allem Kindern abgehe - andererseits, Begründet oder nicht, beiden Sorgen geht es darum, dass trennscharfe Wahrnehmung in Gefahr ist, im Passiv wie im Aktiv. Es geht darum, ob einer in der Masse wahrgenommen wird und ob er sich in der Wüste der Reize zu konzentrieren vermag.

Das zweifache Interesse (in der Aufmerksamkeit gilt den beiden Gesichtern des modernen Subjekts, und sei es noch so klein, eben ein Kind. Es gilt dem vereinzelten Menschen, der unsicher ist, seit er aus den alten Wertesystemen befreit wurde und fortan seine Bedeutung durch die Anerkennung von Seiten anderer Menschen erfuhr, durch Rechte etwa, durch Liebe auch, durch Arbeit, durch Lohn. Und es gilt dem Subjekt, das in der Flut der Reize abgrenzen muss, was der Wahrnehmung wert ist. Weil es nützlich ist und erforderlich oder schön, kostbar und gut.

Aufmerksamkeit ist der Schlüssel zum Ausgang aus der unverschuldeten Ungewissheit, wer denn im Wettbewerb zählt. Also muss man herausfinden) was sie denn sei, um sie herstellen zu können. Wie hängen die Vorgänge im Gehirn mit denen der Seele zusammen, mit der Umwelt, der Macht der Diskurse? Verlangt das Nützliche eine andere Aufmerksamkeit als das Schöne? Wo von dem knappen Gut die Rede ist, sind stillschweigend soziale Muster im Spiel, und meistens droht die Entwertung, wenn die Aufmerksamkeit, die einer aufbringt, nicht die erwünschte ist. So türmen sich um das Thema zahllose Bücher aller Disziplinen, und falls einer noch nicht verunsichert war, wird erst angesichts dieses Stapels gewiss.

Ein Grund mehr, beim Thema vom anzufangen, das heißt bei der Entstehung des modernen Interesses für die Aufmerksamkeit vor etwa 150 Jahren. Die profunde und methodisch ausgreifende Kulturgeschichte der Wahrnehmung, die Jonathan Craiy, Kunsthistoriker an der Columbia University, verfasse hat, ergründet, welche Rolle die Aufmerksamkeit beim Entstehen der modernen Subjektivität gespielt hat.

Was ist ein Tagtraum? Was krank?

Die Studie wandert durch die seit den 1870er Jahren entstehenden Wissenschaften vom Gehirn, von der Psyche, durch die Theorien der Massenkultur, um "die Art und Weise, wie wir absichtlich auf etwas hören, auf etwas blicken oder uns auf etwas konzentrieren", als radikal historisch zu beschreiben und um zu zeigen, wie die Moderne von den Einzelnen verjüngt, sich "im "Sinne eines Vermögens der Aufmerksamkeit zu definieren". An drei Kunstwerken dem Wintergarten von Manet (1879), Seurats Parade de cirque (1887/88),Cézannes Kiefern und Felsen (um 1900)-will Crary die Wechselbeziehung von Wahrnehmung und Modernisierung analysieren und gibt zu, hier gehe es weniger um Kunst als darum, Wahrnehmung als historisches Phänomen neu zu denken.

Clary diagnostiziert eine seit etwa 1870 permanente Krise der Aufmerksamkeit und zeigt, wie sich die Zeitgenossen den Anforderungen anzupassen oder zu entziehen versuchen, vor die sie gestellt sind. Ein Kapitalismus, der mit der "endlosen Abfolge von neuen Produkten, Reizquellen und Informationsströmen Aufmerksamkeit und Zerstreuung ständig über neue Grenzen und Schwellen" zwingt, bringt eben auch Menschen hervor, die sich dagegen mehr oder weniger kunstvoll sträuben, dabei auch mehr oder weniger nervös und unglücklich werden.

Oder gar Schlimmeres? "Degeneriert", so nennt etwa der modernefeindliche Atzt Max Nordau in seinem verbreiteten Werk Entartung (l 892) die Unaufmerksamen: "Die Hirntätigkeit der Degenerierten und Hysteriker, nicht überwacht und gezügelt von der Aufmerksamkeit, ist eine willkürliche, plan- und ziellose... Die Gesittung, die Herrschaft über die Naturkräfte sind einzig das Ergebnis der Aufmerksamkeit, alle Irrtümer, aller Aberglaube eine Folge ihres Mangels." Der Einsatz, um den es bei der Bestimmung der Aufmerksamkeit geht ist also von Anbeginn hoch. In Thédule Ribots Psychologie der Aufmerksamkeit (1889), bei der auch Nordau in die Schule ging, wird die Aufmerksamkeitsfähigkeit nach Rasse, Geschlecht und Klasse sortiert: "Kinder, Prostituierte, Wilde, Vagabunden und Südamerikaner" sind demnach besonders gefährdet. Das Andere der so genannten Vernunft ist widerspenstig.

In nur zwei Jahrzehnten hat sich der Stellenwert der Aufmerksamkeit radikal verschoben. Das zeigt Crary am Vergleich zweier Ausgaben von William Carpenters Standardwerk zur Physiologie von 1853 und 1874. Erfuhr die Aufmerksamkeit in der Erstausgabe eine fast beiläufige Erwähnung, so war sie bis 1874 zum Entreebillett in die bessere Gesellschaft geworden, unentbehrlich für den systematischen Erwerb von Wissen, die Kontrolle der Leidenschaften und Gefühle und für die Steuerung des Verhaltens".

Leicht vorstellbar, wie unbehaglich sich einer gefühlt haben muss - eine Telefonistin, ein Verkehrspolizist -, dem die Aufmerksamkeit nicht gefügig war. Joachim Radkaus Studie über Das Zeitalter der Nervosität, die sich den gleichen Jähren widmete wie nun Crary, hat all die zutiefst unsicheren Leuten vorgeführt, die spüren) dass sie zu unruhig sind, um sich der Disziplin beugen zu können, welche verlangt wird. Sind umherschweifende Gedanken nun normal oder absonderlich? Bin ich krank? Oder ein besonderer Mensch? Oder beides? Brauche ich einen Arzt oder eine Geliebte? Ist die Gefahr der Marginalisierung einmal erkannt, sind der Selbstreflexion keine Grenzen gesetzt. Eine Gefahr, die wiederum hungrig nach Aufmerksamkeit macht.

Jahrhundertwende: Das Phänomen schillert, und die Kulturtheorie bietet der Erklärungsmacht der Wissenschaften die Stirn. Wie viel Aufmerksamkeit ist überhaupt möglich, wie viel nützlich, wo gefährdet sie die Kontemplation und das Ich? Was ist Versunkenheit, was ist ein leerer Blick, ein Tagtraum? Was kann der Wille ausrichten, was das Unbewusste? Sind Zerstreuung, Leere und Vereinzelung Zeichen des Verfalls oder Signum einer selbstbewussten Moderne, die eben nicht mehr am klassischen Ideal des ganzen integrierten Menschen festhält?

Jetzt ist auch die Pluralität der Wahrnehmungen in der Welt. Der Philosoph William James, dessen Einfluss sich in den Werken etwa von Woolf und Joyce spiegelt, versteht in seinen Grundlagen der Psychologie (1890) das Denken als einen Prozess, als einen hochkomplexen Strom aus "Bildern, Empfindungen, Gedankensplittern, Körperwahrnehmungen, Erinnerungen und Wünschen". So wird die Aufmerksamkeit zum kostbaren mittel des Eingreifens

in dieses Chaos, wird für jeden zum Mittel der Auswahl, "welche Art Welt es sein soll, in der er leben will". Doch wer sind in einer Vielzahl frei gewählter Welten die Normalen, wer die Verrückten? Die unheimliche Nähe zur Pathologie blieb bestehen, bis die Aufmerksamkeitsnot in die Handbücher einging.

Indem Crary die Instrumente vor Augen führt, welche Wahrnehmung steuern und Reize fokussieren oder ausblenden, kann er auch deutlich machen, wie verlockend es ist, sich dieser Techniken zur Erzeugung von Aufmerksamkeit zu bedienen. Zugleich zeigt er die Gefahr, die das irritierte Individuum bedroht: "Die moderne Aufmerksamkeit schwankt unvermeidlich zwischen diesen Polen: sie ist ein Verlust des Selbst, das sich unsicher zwischen einet emanzipatorischen Verflüchtigung von Innerlichkeit und Distanz und einer betäubenden Vereinnahmung durch unzählige Figurationen von Arbeit, Kommunikation und Konsum hin und her bewegt."

Dass es die Freudsche Psychoanalyse ist, welche als Technik der Aufmerksamkeit bei Crary das Schlusswort hat, berührt einen merkwürdig, wenn man heute die neurologische Besetzung des Problems gewohnt ist. Freuds psychoanalytische Regel besagt, der Patient solle die Gedanken vagabundieren lassen, während der Arzt dem Patienten "gleichschwebende Aufmerksamkeit" entgegenbringt. Eine Regel, die doppelt auf die zeitgenössische Not mit der Aufmerksamkeit reagiert. Denn erstens kann kein Analytiker einen langen Arbeitstag hindurch mehr als das mittlere Maß aufbieten. Außerdem ist es für die Analyse des neu entdeckten Unbewussten ertragreich, wenn sich der Patient der freien Assoziation überlässt. Ein Arzt, der Aufmerksamkeit auf mittlerem Niveau trainiert, behält Kraft für das Entziffern von Leid. Denn es geht Freud ja um Biografien, nicht um Gehirne.

100 Jahre Seelengeschichte später bildet die Anzahl der Ratgeber zu so genannten Aufmerksamkeitsdefizitstörungen die heillosen Dimensionen der Unsicherheit ab. Allein in Deutschland erschienen in fünf Jahren 60 Bücher zum Thema; Das sagt viel über das Geschäft mit dem Leid, aus dem zahllose Familien ebenso wenig herausfinden wie aus dem Zivilisationsmüll, der Kindheiten heute umgibt.

Massenhaft unerträglich unruhige Kinder sind das Problem, ratlose Eltern und gereizte Experten, von denen die einen die Lebensumstände der Kinder für das Elend verantwortlich machen, die anderen aber einen angeborenen neuronalen Defekt. Unterdessen gelten in Deutschland etwa eine Viertelmillion Kinder als behandlungsbedürftig, bis zum Herbst 2001 wurden etwa 50 000 Kinder mit dem Psychopharmakon Ritalin dauerbehandelt (1990 waren es erst etwa 1500). Ritalin ist ein Mittel, das Zuwachsraten verzeichnet wie kein anderes der Medikamente, die unters Betäubungsmittelgesetz fallen.

Nun gibt es drei neue Bücher über die Aufmerksamkeit, die aufschlussreich sind, wenn man den Blick an Crary geschult hat. Alle drei sind Beispiele dafür, dass Allianzen zwischen psychologisch aufgeklärter Medizin, Neurologie und Kultur am fruchtbarsten sind. Der Göttinger Neurologe Hüther hat mit dem Familientherapeuten Bonney ein Buch zur Auflösung der Expertenfronten geschrieben. Ein Chefarzt für psychotherapeutische Medizin, Eckhard Schiffer, und eine Grundschullehrerin, Heidrun Schiffer, haben gemeinsam über veränderte Kinderwelten nachgedacht, und eine Gruppe von Kinder und Jugendpsychiatern hat darüber berichtet, was die alte Aufmerksamkeitstechnik, die Psychoanalyse vermag. Drei Bücher, die es vergleichend zu lesen lohnt. Gemeinsam ist ihnen der Respekt vor verzweifelten Eltern, die Entlastung brauchen.

Hüthers und Bonneys Buch popularisiert klug die Forschungslage: Jedes Gehirn hat eine Geschichte, die das soziale, emotionale und neuronale Geschehen integriert. Die Hirnforschung weiß, dass sich die Erfahrungen eines Lebens strukturell im Gehirn niederschlagen, welches wiederum die Verschaltungen zwischen den Nervenzellen permanent modifizieren kann, abhängig von der Nutzung des Hirns. Auch, dass frühe Gefühle in der Schwangerschaft und Kindheit das Gehirn prägen, gilt als anerkannt. Dann allerdings sind all die Faktoren Crarys, welche moderne Subjekte irritieren, auch bei der Gehirnentwicklung im Spiel, "Angst und Stress", sagt Hüther, Ständige Reizüberflutung, mangelnder Selbstschutz, unsichere emotionale Bindung, Ober- wie auch Unterforderung sind nur einige Gründe, die Kinder daran hindern können, hinreichend komplexe neuronale Vernetzungen in ihrem Frontalhirn auszubilden."

Dass ohne eine "basale Aufmerksamkeit keine Aussicht auf eine kohärente mentale Tätigkeit" bestehe, hat schon vor Jahren der Neurologe Antonio Damasio festgehalten und betont, dass Aufmerksamkeit nur da entsteht, wo sie mit positiven Allreizen verbunden ist, wo also das Gehirn nicht, aus Lebenserfahrung frustriert, abwinkt. Darin ist er sich mit experimentellen Psychologen einig, die wissen, wie wichtig die Motivation für die Aufmerksamkeit ist.

Auch das neue Buch Gehirn und Geist des Medizinnobelpreisträgers Gerald Edelman und des Psychiatrieprofessors Giulio Tononi, eine Art Summe des Jahrzehnts der Hirnforschung für fortgeschrittene Leser, auf das sich Hüther beruft, misst den Kontexten der Aufmerksamkeit zentrale Bedeutung bei, ohne sie in spezielle Hirnregionen zu bannen.

Jeder von uns ist ein Agens", schreiben Edelman und Tononi, "sich seines 'Bewusstseins bewusst, und ' ' auch dessen, dass er Entscheidungen trifft, die auf seiner Geschichte und seinen Planen basieren." Was bei Edelman und Tononi ^Erfahrungsselektion" heißt, bedeutet die permanente Entwicklung eines Gehirns durch seine oft unbewussten Auseinandersetzungen mit der Realität und mit "einschränkenden Werten und Emotionen". Von "wertgesteuerten Lernprozessen" sprechen die Autoren in diesem Zusammenhang. Man hat Edelman und Tononi den Vorwurfeiner spekulativen Neurologie gemacht, und die Autoren selbst geben zu, dass sie mehr als starke Plausibilität nicht anbieten können. Immerhin.

Die Angst, ein Verlierer zu sein

Hüther und Bonney nun (deren Darstellung der ausufernden Ritalinverschreibung die oben genannten Daten entstammen und die auch die Problematik der Diagnose darlegen) finden es symptomatisch, dass eine halbe Million Beiträge vorliegen, die sich der medikamentösen Behandlung von Aufmerksamkeitsmangel widmen und nur knapp 3000, die sich der psychotherapeutischen Praxis zuwenden. Eine Therapie braucht Geduld. Wer hat die schon.

Sie betonen den Zuwachs an Ersterkrankungen und insistieren auf den großen Einfluss, den Stress und emotionale Unsicherheit vom Mutterbauch an auf die Entwicklung des Hirns haben können. Welches Kind ist so frei, sich kognitiv und sozial nach außen wenden zu können? Ein Kind, das sich, überbehütet oder unbehütet, an seinem Ungewissen Selbst festklammern muss, hat es mit der Motivation, dem Verstehen, dem Erinnern oft schwer. Und macht andere durch seine Unaufmerksamkeit umso nervöser.

Die Therapeuten um Bovensiepen erzählen, mit aller narrativen Geduld, von Heilserwartungen, die Eltern unaufmerksamer Kinder zum Arzt treiben, erzählen auch von Eltern, denen es zuallererst um die Funktionstüchtigkeit der Kinder geht, berichten von Leuten, denen ungeachtet der Ungewissen Diagnose nur noch Ritalin Entlastung zu schaffen vermag, berichten von überlasteten Kinderpsychiatern und -ärzten, die den Patientenbedürfnissen anders als medikamentös nicht beikommen, verzichten in ihren Berichten wohltuend auf Monokausalität, bezeugen die Wirksamkeit von therapeutischer Geduld, ohne den punktuellen Einsalz von Ritalin zu verteufeln. Und haben mehr als die Optimierung der Aufmerksamkeit im Blick. Nämlich das Wohlergehen des Kindes.

Auch das Büchlein der Schiffers gibt einem weiten Horizont von Kindheit Raum; es weiß von kindlicher Bewegungsnot, ästhetischer Armut und von der Entsinnlichung des Lernens, nennt die Vermüllung der Spielzimmer und fragt nach den geschützten Räumen des Gesprächs, fordert das Recht, wahrgenommen zu weiden, weiß von der Heilkraft des Lesens und der zerstörenden Gewalt der Arbeitslosigkeit, von der "gespenstischen Angst, zu den Verlierern zu gehören", und von der Schwäche einer Pädagogik, die es nicht schafft, zu motivieren.

Und wenn die Suche nach der richtigen Schule, der größeren Wohnung, dem richtigen Therapeuten die Familie noch ruheloser macht, als sie es ohnehin war? Wenn die Verstrickung in jahrelange Therapie-Versuche das zuverlässige Ritalin als einzigen Ausweg erscheinen lässt? Wenn die ganze Familie in heillose Lernstörungsodysseen verwickelt ist und sich selbst die Schuld gibt, weil ja Erziehung als Privatsache gilt? Wenn eine Familie - und es sind viele - Aufmerksamkeit zuletzt nur noch für eines aufbringen kann, für die Aufmerksamkeitsdefizitstörung nämlich?

Ein Kind, das wissen alle oder ahnen es, ist das größte anzunehmende Risiko, wenn es um die Sicherung von Aufmerksamkeit und Anerkennung geht. Der Blick der Frau in Manets Wintergarten schweift ins ferne Unbestimmte, auf ihrem Schoß ein Schirm.

Schiffer, E., Schiffer, H.: "Nachdenken über Zappelphilipp - ADS: Beweg-Gründe und Hilfen"
2002 Beltz Verlag, Weinheim.Basel
131 Seiten, Euro 12
ISBN 3-407-22844-9

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