Bildung&Wissenschaft (GEW)

11/02

Nachdenken über Zappelphilipp

Heinrich Hoffmann hat seinen "Struwwelpeter" nach eigener Aussage geschrieben, weil er kein brauchbares Buch für seinen Sohn gefunden hat. Das eigentliche Motiv aber waren vermutlich abgewehrte Erinnerungen, die dann in seinen Geschichten wie dem "Zappelphilipp" wieder hervorkamen. Der Autor nämlich war in seiner Kindheit wohl das, was man heute als hyperaktiv bezeichnen würde. Doch seine Impulsivität und Energie konnte Heinrich Hoffmann in ein schöpferisches Leben umsetzen.
In einer reizüberfluteten Welt, in der ungleich mehr als zu Hoffmanns Zeiten das Höher-Schneller-Besser-Prinzip herrscht, scheint es fast unmöglich, unsere Kinder vor der "Zivilisationskrankheit" ADS zu bewahren. Was können Eltern für ihr hyperaktives Kind tun? Was braucht ein Kind zur spielerisch-schöpferischen Entfaltung? Wie sieht ein vorbeugender Grundschulunterricht aus?
Diesen und anderen Fragen gehen der Arzt für psychotherapeutische Medizin und Psychosomatik Eckhard Schiffer und die Grundschullehrerin Heidrun Schiffer in ihrem Ratgeber "Nachdenken über Zappelphilipp - ADS: Beweg-Gründe und Hilfen" nach. Die Autoren, die die Anwendung von Ritalin als "pädagogische Bankrotterklärung" bezeichnen, geben viele praktische Tipps und zeigen, wie den ADS-Symptomen präventiv begegnet werden kann.

Schiffer, E., Schiffer, H.: "Nachdenken über Zappelphilipp - ADS: Beweg-Gründe und Hilfen"
2002 Beltz Verlag, Weinheim.Basel
131 Seiten, Euro 12
ISBN 3-407-22844-9

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