Leben mit ADS

Verzweifelte Eltern

Montag, 2. Juni 2003
Sehr empfindsam gehen Eckhard und Heidrun Schiffer das Thema Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung (ADS /ADHS) an. Einführend schildern Sie das Leben einer verzweifelten Mutter und die Auswirkungen von Ritalin auf ihren Sohn Florian, der vor den Einnahme des Medikamentes ein unaufmerksamer, überaktives, impulsives Problemkind war. Sie zeigen, welche Gewissensbisse die Mutter hat, da sie ihrem Kind ein Medikament gibt, dass in Deutschland dem Betäubungsmittelgesetz unterliegt.
Auch wenn die Schiffers gegen die Gabe von Ritalin sind, kommt doch die Kritik an den Ärzten und den Psychologen, die das Medikament oftmals zu leichtfertig verschreiben, leider nur sehr verhalten. Dafür sind die Tipps, die sie den betroffenen Eltern geben, umso anschaulicher. So gibt es beispielsweise eine Vorschlagsliste, zu einer ADS-präventiven Grundausstattung eines Kinderzimmers und auch, wann der Computer Einzug in das Kinderzimmer halten sollte.
Die Schiffers versuchen klar zu machen, dass die Sinneserfahrungen, die ohne elektronisches Spielzeug, Fernseher oder ähnlichem gemacht werden, die wichtigsten Erfahrungen bei der Entwicklung unserer Kinder sind und am Besten ADS und Hyperaktivität vorbeugen. Gleichzeitig erläutern sie eindrücklich, dass dem Kind sowohl der Raum als auch die Zeit für diese Art von Sinneserfahrungen eingeräumt werden muss und dass Eltern, Lehrer und Erzieher dafür die Verantwortung tragen und aktiv mitgestalten können.

Jana Köhler

Schiffer, E., Schiffer, H.: "Nachdenken über Zappelphilipp - ADS: Beweg-Gründe und Hilfen"
2002 Beltz Verlag, Weinheim und Basel
131 Seiten, 12 Euro
ISBN 3-407-22844-9

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